Kunstturnen - ein Spitzensport

Das Kunstturnen ist ein Spitzensport, welcher Akrobatik, Kraft, Beweglichkeit und Tanz miteinander verbindet. An den 4 Geräten Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden werden die Pflicht- und Kürübungen mit verschiedensten Elementen geturnt. Im frühen Alter beginnt das intensive Training, bei dem zuerst die Grundhaltung und dann einzelne akrobatische Elemente gelernt und perfektioniert werden. Dabei steht die Entwicklung von Kraft, Beweglichkeit und Koordination im Vordergrund.

Kunstturnen fördert nicht nur die sportliche Aktivität, sondern legt auch für die Entwicklung der Persönlichkeit einen Grundstein. Motivation, Durchhaltewillen, Konzentrations- sowie Teamfähigkeit sind nur einige Beispiele.. 

 

Kunstturnen ist Lebensschule!

Anforderungen

Turnbegeisterte Mädchen von 2 bis 6 Jahren, welche nebst Bewegungstalent auch eine grosse Portion Motivation und Mut mitbringen.

Geräte

Sprung

Schnelligkeit, Energie, Kraft

Ein Sprung besteht aus einem möglichst schnellen Anlauf von maximal 25 m Länge, einer Einsprungphase aufs Federbrett, einer ersten Flugphase, bei der die Turnerin mit den Händen auf dem Sprungtisch abstützt, einer zweiten Flugphase und einer Landung. In der zweiten Flugphase werden Saltos und Schrauben geturnt, die den Schwierigkeitswert des Sprunges erhöhen können.

Stufenbarren

Koordination, Bewegungstalent, Kraft
Der Stufenbarren ist das anspruchsvollste Gerät und somit das trainingsintensivste. Die Elemente werden am höheren und am tieferen Holmen, sowie zwischen den Holmen geturnt. Es werden Schwünge, Felgen, Kippen, Handstanddrehungen und Flugelemente geturnt, dies alles in verschiedenen Griffen. Eine gute Barrenübung enthält Elemente aus allen Gruppen, Griff- und Richtungswechsel und einen
schwierigen Abgang. Sie wird in einem Zug durchgeturnt.
Der höhere Holmen ist 225 cm und der tiefere 145 cm hoch. Die Distanz zischen den zwei Holmen ist 180 cm, was vor allem für grössere Turnerinnen ein Hindernis darstellt


Schwebebalken

Gleichgewicht, Mut, Konzentration
Das Zittergerät der Kunstturnens ist nur 10 cm breit. Auf einer Länge von 5m und in einer Höhe von 125cm werden Saltos, Flikflaks, Sprünge und Pirouetten geturnt. Am Balken kommen nebst dem akrobatischen Können auch die Elegenaz und die Ausdrucksfähigkeit der Turnerin zum Zug. Tänzerische Elemente vervollständigen die Balkenübung.


Boden

Sprungkraft, Beweglichkeit, Ausdruckskraft
Das Paradegerät der Kunstturnerinnen ist die 12m x 12m Bodenfläche auf der zu individueller Musik geturnt wird. Eine Bodenübung besteht aus Sprungserien, Akrobatikserien, Pirouetten und Tanz. Vor allem die Ausdruckskraft der Turnerin ist an diesem Gerät speziell von Bedeutung und beeinflusst auch die Bewertung der Übung. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Turnerin ein gute Grundhaltung aneignet und Ballettstunden besucht


Bewertung an den Wettkämpfen

Jede Übung wird einzeln pro Gerät bewertet. Die Summe der 4 Gerätenoten ergibt die Gesamtpunktzahl. Von ausgebildeten Kampfrichter/Innen werden Schwierigkeiten nach dem Internationalen Code de Pointage und die Ausführung benotet.

 
Die Bewertung einer Übung ist eine komplexe Rechnung, da es viele verschiedene Elemente und Verbindungen gibt, aber auch weil sie immer eine subjektive Komponente beinhaltet. Die Note einer Übung besteht aus zwei Einzelnoten: eine D-Note (Difficulty) und einer E-Note (Execution).

Bei der D-Note werden ausgehend von 0 die Schwierigkeiten der Elemente aufgerechnet.
Bei der E- Note werden ausgehend von 10 die Stürze und Fehler abgezählt.
 
Die Summe der D- und E-Note ergibt die Endnote. Die besten Turnerinnen der Welt erturnen sich bis zu 15 Punkte, wobei in der Schweiz eine Note über 10 als gut gilt.